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Haydn | Die Jahreszeiten (CD)

Chorgemeinschaft Neubeuern - KlangVerwaltung - Enoch zu Guttenberg

Aufgenommen im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth, Oktober 2004

2-CD-Box im Schuber & Sprach-Bonus-CD


  • Miriam Meyer (Sopran)
  • James Taylor
  • Ralf Lukas
  • Chorgemeinschaft Neubeuern (Chor)
  • KlangVerwaltung (Orchester)
  • Enoch zu Guttenberg (Dirigent)
  • Haydn´s Jahreszeiten

    Nach Haydn’s gigantischem Erfolg des Oratoriums Die Schöpfung, wurde er unmittelbar um ein weiteres Werk dieses Genres gebeten. Baron van Swieten, der Librettist der Schöpfung, bot sich an, den Gedichtezyklus The Seasons des schottischen Schriftstellers James Thomson aus dem Englischen zu übersetzen. Die Zusammenarbeit mit dem Wiener Aristokraten kostete den fast 70jährigen Haydn immense Kraft. Als van Swieten dann auch noch Einfluss auf Haydns Kompositionsstil nehmen wollte, kam es zu einem vorübergehenden Zerwürfnis. "Die Jahreszeiten haben mir den Rest gegeben", so Haydn "ich hätte sie nicht komponieren sollen". Nichts von all der mühsamen Entstehungsgeschichte ist im gesamten Oratorium zu hören. Ganz im Gegenteil: Joseph Haydn weiß mit Ideenreichtum und Klangvielfalt geschickt sein Publikum für sich einzunehmen.

    Das Oratorium besteht, korrespondierend zu Frühling, Sommer, Herbst und Winter, aus vier Teilen, mit Arien, Rezitativen und Chören. 
    Es schildert den Jahresverlauf der Natur aus Sicht der Bauersleute, deren landwirtschaftliche Tätigkeiten mit den täglichen Freuden und Sorgen des Wetters sowie deren Leben in der dörflichen Gemeinschaft.

    Im Frühling arbeitet Haydn auf geniale Weise das Erwachen der Natur aus, der Sommer illustriert Wachstum, aber auch Erschöpfung, den ersehnten Regen wie bedrohliche Unwetter, der Herbst schildert die Freude der Bauern über die Ernte sowie den Beginn der Jagd. Die düsteren Klänge des Winters lassen die strengen Schneefälle in damaligen Zeiten in unserer Fantasie wieder aufleben. 

    Enoch zu Guttenberg will mit Musik Botschaften weitertragen. Für ihn, als beharrlichen Verfechter einer ökologisch orientierten Politik, sind Die Jahreszeiten eine einzige Anklage. Ein Vorwurf an das, was wir mit dem Planeten Erde treiben. Diese Symbiose Mensch und Natur, wie sie in den Jahrezeiten besungen wird, habe er als Kind gerade noch so erlebt. Heute, wenn er die Jahreszeiten dirigiert, bekommt er tiefes Heimweh nach seinen ersten Naturerlebnissen, die damals noch so waren, wie im Winter von Haydn beschrieben. Eine Jahreszeit, die es so nicht mehr geben wird. 
    1790, als Joseph Haydn nach England kam, erlebte er die Anfänge der Industrialisierung. Hört man die Jahreszeiten unter Berücksichtigung dieses Hintergrunds, überkommt einen leicht das Gefühl, der Komponist erahnte bereits den bevorstehenden Klimawandel und wusste, dass die Natur, wie in seinem Werk beschrieben, in dieser Form nicht mehr lange Bestand haben wird, glaubt Enoch zu Guttenberg. Aus dieser Sicht bekommt das Werk eine Tiefe, die über die augenscheinliche Banalität der Texte weit hinausreicht.

    Im Bonusmaterial spricht Enoch zu Guttenberg ausführlich über die Sichtweise Haydns zu Mensch und Natur in der modernen Zeit und erklärt in diesem Zusammenhang seine Interpretation des Werkes. 

    Das Orchester der KlangVerwaltung, das Enoch zu Guttenberg seit seiner Gründung im Jahre 1997 leitet, präsentiert alle Nuancen eines durchsichtigen und großen Orchesterklanges; die Chorgemeinschaft Neubeuern besticht durch Klangpracht und deutliche Diktion. Zusammen mit den gut ausgewählten Solisten wurde das kraftvolle Alterswerk Haydns zu einem lebendigen Konzertereignis.