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Bruckner | IV. Symphonie, Es-Dur (SACD)

KlangVerwaltung - Enoch zu Guttenberg

Liveaufnahme aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins 25., 26. April 2007

SACD Hybrid


  • KlangVerwaltung (Orchester)
  • Enoch zu Guttenberg (Dirigent)
  • Wege zu Bruckner

    Als wir 1996 unsere Zusammenarbeit mit Enoch zu Guttenberg begannen, war er einer breiteren Öffentlichkeit vor allem als charismatischer Leiter der Chorgemeinschaft Neubeuern mit seinen Interpretationen der Bach´schen Oratorien bekannt. Folgerichtig war unsere erste gemeinsame Aufnahme 1997 das Weihnachtsoratorium von Bach – in einer theologischen und musikalischen Neudeutung Guttenbergs, die bis heute für uns an Spannung nichts verloren hat.
    Mit dem damals neu gegründeten Orchester der KlangVerwaltung arbeitete Guttenberg seither aber auch an neuen Konzeptionen für das romantische symphonische Repertoire. Das Werk Anton Bruckners stand hierbei von Anfang an im Zentrum der gemeinsamen Arbeit.

    Bruckners lebenslange Auseinandersetzung mit der katholischen Theologie, seine Schilderungen von Natur und Mensch, seine harschen Wechsel zwischen tiefer Depression und Ekstase, sein zentrales Thema der Relation zwischen Gott und Mensch – dies sind Inhalte, die Guttenberg sehr nahe stehen und durch die Übersetzung in seine Klangsprache eine neue Dimension erfahren könnten.

    Es kann manchmal lange dauern, eine CD zu produzieren: Unsere Planungen für eine Aufnahme der „Vierten“ gingen damals mehr als eine halbe Dekade zurück. Guttenbergs Version der vierten Symphonie hatte über diese Jahre hinweg eine kontinuierliche Entwicklung erfahren. Wie zu erwarten, hatte Enoch zu Guttenberg schließlich einmal mehr eine interessante, ganz unverwechselbare Fassung der gewaltigen Bruckner-Symphonie erarbeitet. "Ich kann nur das dirigieren, was ich wirklich verstehe und was mich auch emotionalisiert", sagte der Dirigent gerne.


    Bruckner begiebt sich mit diesem Werk auf eine romantische Wanderung. Bilder von Strahlen hinter nebelverhangenen Bergen, der Jagd, von der Natur und der Umwelt des Menschen, und immer wieder der Kleinheit dieses Menschen vor der Natur und damit vor Gott – Guttenberg gelingt es, seine Schilderungen in Bilder und Assoziationen von hoher Plastizität und Leuchtkraft umzusetzen.


    Mit hoher Konsequenz entwickelt und beschwört Bruckner aus nur einem einzigen zentralen musikalischen Baustein, dem Motiv der Abwärtsquinte, vom ersten Moment der Symphonie über alle Sätze hinweg diese Bilder. Guttenberg folgt ihm vom Sonnenaufgang in die Nacht, vom gewaltigen Gipfel zum verzweifelt bittenden Choral, von der Illusion einer fröhlichen Liebschaft zurück in die Trauer eines einsamen Menschen - immer mit den Mitteln einer plastischen Phrasierung und in der Suche nach sprechenden Klangfarben, die manchmal erstaunlich nahe an Gustav Mahlers Musik heranreichen, aber auch die Johannespassion nicht erst im letzten Satz heraufbeschwören.

    Im letzten Schlussaufbau der Symphonie kehrt Bruckner mit der Frage des sterblichen Menschen nach der Wahrheit Gottes vielleicht aus der majestätischen Natur in den majestätischen Raum eines Domes zurück – Enoch zu Guttenberg stellte diese Frage am Ort des ersten Erklingens dieser Musik: die lange Wanderung auf der Suche nach der Wahrheit Bruckners fand für ihn am 26. April 2007 ihre Antwort im magischen Raum des Wiener Musikvereins.

    Felix Gargerle
    Produzent - Farao classics