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Markus Wolf
Violine
 
 
Markus Wolf
 
 
Diskografie

B108085   B 108 085
Violinsonaten, a. 1886 - M. Wolf & J. Riem
CD
     
B108037   B 108 037
Horntrios: J. Brahms, G. Ligeti, C. Koechlin
CD
     
B108034   B 108 034
R. Strauss, H. Pfitzner: Violinsonaten
CD
     
S108061   S 108 061
Schumann, Wagner, Strauss - K. Nagano
SACD
     
B108046   A 108 087
G. Mahler: Symphonien 3 & 5
Pure Audio Blu-ray Disc
     
B108046   B 108 046 / S 108 047
G. Mahler: Symphonie Nr. 3, d-moll
2CD-Box / 2SACD-Box
     
B108042   B 108 042 / S 108 044
A. Schönberg: Verklärte Nacht, Kammersymphonie
SACD
     
B108049   B 108 049
R. Wagner: Wesendonck-Lieder, Siegfried-Idyll
CD
     
B108001   B 108 001
A. Webern: Kammermusik
CD
     
Klicken Sie auf den Titel der Aufnahme und Sie erfahren mehr darüber.
 
     

 
   
 
BIOGRAFIE

Markus Wolf 1962 in Wien geboren, ist seit 1989 Erster Konzertmeister an der Bayerischen Staatsoper München. Zuvor hatte er die gleiche Position bei den Wiener Symphonikern inne. Wolf studierte an der Wiener Musikhochschule bei Günter Pichler, an der er 1983, im Anschluss an die mit einstimmiger Auszeichnung abgelegte Diplomprüfung, für sechs Jahre dessen Assistenz übernahm. Es folgten weitere Studien bei Max Rostal, Nathan Milstein, Oskar Shumsky und Sandor Vegh.

Markus Wolf, der sich auch als Preisträger verschiedener Wettbewerbe einen Namen gemacht hat, widmet sich seit seiner Kindheit intensiv der Kammermusik. So musizierte er, zunächst als Geiger, später dann als Bratschist, von 1971 bis 1982 mit seinen Brüdern im "Wolf Trio". Als Bratschist wurde er auch vom "Alban Berg Quartett" eingeladen, gemeinsam die Streichquintette von Mozart aufzuführen und für EMI einzuspielen.

Als Solist und Kammermusiker konzertierte er u. a. mit Wolfgang Sawallisch, Sir Colin Davis, Zubin Mehta, Marcello Viotti, Peter Schneider, Kent Nagano, Jan Märkl und Ivor Bolton. 1981 gründete er das "Beethoven Trio Wien", mit dem er regelmäßig in ganz Europa, Japan, Kanada und in den USA konzertiert. Mit diesem Ensemble sind bereits elf CDs erschienen, u. a. das Klaviertriowerk von Mozart, Schubert, Mendelssohn, Tschaikowsky, Smetana, Korngold, sowie Beethovens Tripelkonzert mit dem Wiener Kammerorchester und Philippe Entremont.

Ab 1992 spielt Wolf im Horntrio mit Ab Koster und Nikolaus Lahusen († 2005). 1999 gründete er zusammen mit Johannes Dengler und Julian Riem das "Münchner Horntrio", dessen Album mit Trios von Brahms, Ligeti und Koechlin mit dem ECHO Klassik Preis 2012 ausgezeichnet wurde.

Weitere CD-Einspielungen sind das Violinkonzert von Mendelssohn (triptychon) und die 1. Kammersymphonie von Schönberg unter der Leitung von Zubin Mehta.

Der Künstler gibt Meisterkurse in Deutschland und Japan und übte von 1997 bis 2002 eine intensive Gastkonzertmeistertätigkeit beim London Symphony Orchestra aus.

Seit 2000 unterrichtet er am Münchner Richard-Strauss-Konservatorium und seit 2005 als Nachfolger von Denes Szigmondy an der Musikhochschule Augsburg. Mit der Integration des Richard-Strauss-Konservatoriums in die Hochschule ist er seit dem Studienjahr 2008/09 Dozent an der Hochschule für Musik und Theater München. 2012 wurde Markus Wolf zum Honorarprofessor ernannt.

In Würdigung seiner Verdienste um die Bayerische Staatsoper wurde ihm 2000 der Titel "Bayerischer Kammervirtuose" verliehen.

Markus Wolf spielt auf der "Vollrath-Stradivarius" von 1722, eine Leihgabe der Bayerischen Landesbank.
 
     
 
   
 
Festspiel-Duorecital

Blitzsauber und klar

Am 7. Februar 1828 schrieb die Wiener Zeitung Der Sammler über Schuberts C-Dur-Fantasie für Geige und Klavier: 'Die Fantasie dehnte sich etwas lang über die Zeit aus, die der Wiener den geistigen Genüssen widmen will. Der Saal wurde allmählich leerer, und der Referent gesteht, dass auch er von dem Ausgang dieses Musikstücks nichts zu sagen weiß.'
Nur gut, dass das heute anders ist, denn beim "Festspiel-Duorecital" in der Allerheiligenhofkirche nahmen sich Geige und Klavier erst nach dem Abschnitt mit den Variationen die Freiheit, dem Geniestreich Schuberts mit aller Kraft zu begegnen und damit in einen strahlenden Schluss zu finden. So zeitigte diese Matinee trotz einer gelegentlichen Zurückhaltung jede Menge Glanzpunkte und vermittelte Entdeckungen zuhauf: zum Beispiel, dass der junge Münchner Pianist Julian Riem und Markus Wolf, langjähriger erster Konzertmeister des Staatsorchesters, zwei ganz ausgezeichnete, blitzsaubere Kammermusiker sind, die mit Ernst und Hingabe die Stücke spielen.
Auch Beethovens A-Dur-Sonate op. 30.1 verdankte ihre Klarheit einem sehr kontrollierten Geigenton – hier die zweite Entdeckung, eine Stradivari, bloß klanglich etwas eng im oberen Register – sowie der unbedingten Präzision des Klaviers. Großartig etwa die markanten Rhythmuswechsel im ersten Satz, die vielen nachdenklichen Passagen im zweiten. Vielleicht beschränkte sich Julian Riem allzu konsequent auf die Begleiterrolle, doch hatte dafür später die Janácek-Sonate nur umso mehr Kraft und Differenziertheit, von zwei gleichwertigen Partnern zum Sprechen gebracht. Wenn einzig Richard Strauss’ frühe Sonate op. 18 gegen die andern drei Stücke leicht abfallen mochte, lag das gewiss nicht an den Spielern.
Süddeutsche Zeitung, Johannes Rubner, 07.07.06


Violinabend Markus Wolf

Weitergedacht

Seit elf Jahren ist Markus Wolf Konzertmeister des Bayerischen Staatsorchesters. Der Violinabend, den er im Kleinen Konzertsaal des Gasteig als Dozent am Richard-Strauss-Konservatorium gab, wäre auch ein würdiger Beitrag zum Programm der Opernfestspiele gewesen. Wolf ist Meisterschüler von Alban-Berg-Quartett-Primarius Günter Pichler. Sein Spiel verbindet die Tradition des analytischen Wiener Espressivo, die sich auf Schönbergs Schwiegersohn Rudolf Kolisch beruft, mit den Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis.
Schönbergs späte 'Phantasy' mit ihren aberwitzigen Flageolett-Verrenkungen wird bei Wolf zu einer jüdischen Rhapsodie, einem Grabmal für eine Generation osteuropäischer Virtuosengeiger, die das Ungespielte im nahezu Unspielbaren zu fassen versucht. Wolf geht es nicht um den schönen Ton und den zurecht gelegten Text. Er sucht die Gefahr unbequemer Bogen- und Fingersätze. Die riskante Konsequenz und die oft bestürzend schnellen Tempi, mit denen er Bachs d-moll-Partita auf eine geradezu Le-Corbusierhafte Architektur reduziert, nötigen weit mehr als nur Respekt oder Begeisterung ab: Wolf denkt auf seinem Instrument nach, vermittelt Aufschlüsse, verwirft auch zuweilen wie in den Mittelsätzen von Brahms d-moll-Sonate op. 108, wo er Brahms’ an der Kitsch-Grenze entlang streifende Begeisterung für Bachs d-moll-Chaconne dem G-Saiten-Schmalz aussetzt. Auf seinen glänzenden jungen Begleiter Julian Riem kann sich Wolf sowieso verlassen, wenn es gilt, kein ambivalentes Detail des musikalischen Inhalts zu verschweigen. Das Meisterstück gelingt den beiden mit Ravels G-Dur-Sonate, einem Essay über die Aporien und Einbahnstraßen aller Tonsprachen der Avantgarden, in dem Ravel mit seinen früheren Schreibweisen gnadenlos streng ins Gericht geht.
Ovationen, auch wenn der Saal nicht ganz gefüllt war. Ein eindrücklicheres Plädoyer für das Richard-Strauss-Konservatorium kann man sich nicht denken.
Süddeutsche Zeitung, Anton Sergl, 17.07.02