Der langjährige Bayerische Generalmusikdirektor Wolfgang Sawallisch wählte Wagners Urfassung der beiden Werke aus, um 1991 ein Wagner-Konzert zu geben, das einen schöneren Rahmen kaum hätte erhalten können: Im Sängersaal von Neuschwanstein, jenes ab 1869 erbauten, halb vollendeten Märchenschlosses im Oberbayerischen "Königswinkel", mit dem Ludwig II. der Gedankenwelt seines Freundes und Idols Richard Wagner huldigen wollte, erklangen die Wesendonck-Lieder und das Siegfried-Idyll, interpretiert von Marjana Lipovsek und Mitgliedern des Bayerischen Staatsorchesters.
Alle Künstler dieses Abends verbindet sowohl ein überaus freundschaftliches Miteinander beim Musizieren wie auch eine ebenso aufmerksame wie gefühlvolle Auseinandersetzung mit den aufgeführten Werken – und dies überträgt sich auch unmittelbar beim Anhören des durch glückliche Umstände erhaltenen Mitschnittes jenes Abends.
Mit gleichsam liebevoll-distanzierter Führung animiert der Künstler Sawallisch seine Mitstreiter: Die slowenische Mezzosopranistin Marjana Lipovsek, die unter seiner Leitung an der Bayerischen Staatsoper in zahlreichen großen Partien nicht zuletzt von Richard Wagner ihre Karriere begründete, ebenso wie die Musiker "seines" Staatsorchesters, das der gebürtige Münchner Sawallisch seit seinem Debüt im Oktober 1954 in zahllosen Opernaufführungen und ab Januar 1957 in den symphonischen Konzerten der "Musikalischen Akademie" leitete, und dem er als Generalmusikdirektor zweiundzwanzig Jahre ab 1971 vorstand.
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"… Die […] CD […] legt Zeugnis ab für die hochgeschätzte Intensität und das Uneitle in der Art der Interpretation, die man von Sawallisch kennt. Vieles wird dezent angedeutet, zurückhaltend geboten, aber in hoher Konzentration und aus der 'Sache heraus' entworfen;[…]" Freiburger Universitätsblätter, Günter Schnitzler, Juni 07
"[…] die erfüllte Ruhe, mit der die slowenische Mezzosopranistin fernab aller opernhaften Theatralik diesen Zyklus gestaltete, kann sich auch heute noch als ein beeindruckendes Beispiel souveräner Liedkunst behaupten.
Und auch die Natürlichkeit, mit der 13 Musiker des Staatsorchesters unter der behutsamen Anleitung von Wolfgang Sawallisch dem "Siegfried"-Idyll jene Intimität wieder gaben, die bei größerer Orchesterbesetzung meist verloren geht, ist kaum zu überbieten…" Abendzeitung, Volker Boser, 22.06.07
"… Zum Immerwiederhören." Die Märkische, fk, 09./10.06.07
"Wolfgang Sawallisch, 83, ist einer der letzten Kapellmeister alter Schule. Hier tritt er als Dirigent – selten klang das 'Siegfried-Idyll' homogener – und als Klavierbegleiter der Altistin Marjana Lipovsek auf: Reverenz-Aufnahmen, die zur Referenz werden können." KulturSpiegel, Johannes Saltzwedel, Juni 2007
"…Marjana Lipovsek überzeugt als Mathilde-Isolde durchweg. Ihre volle Altstimme klingt in tiefer Lage wunderbar sonor […] Dramatische Passagen werden immer mit einem kontrollierten Maß an Überschwang gestaltet, so dass Stimme und harmonische Kühnheiten der Komposition gleichermaßen zu Trägern des Ausdrucks werden. Ein hochexpressives und bewegendes Rezitativ gelingt Lipovsek in dem Lied 'Stehe still'. Wolfgang Sawallisch befindet sich als Liedbegleiter in der Tradition Furtwänglers, der einen Sänger ebenso vom Pult wie vom Klavier aus zu führen vermochte. Er begleitet mit der Präzision und dem gestaltenden Überblick des Orchesterleiters, die spätere Instrumentation der Lieder durch Felix Mottl gleichsam voraus hörend, und weiß seine dirigentischen Qualitäten vorzüglich auf die Tasten zu übertragen. Der Wagnersche Klavierpart, obschon kein Glanzlicht des Genres, gewinnt unter Sawallischs Händen erstaunliche Konturen und eine schwebende, immer transparente Eindringlichkeit […]" komplette Kritik… www.klassik.com, Wendelin Bitzan, 31.05.07