Hugo Wolfs Lieder nach Gedichten von Eduard Mörike sind für jeden großen Sänger eine Herausforderung, die einen Höhepunkt seiner Liedinterpretations-Kunst erfordert.
Die CD von Dietrich Henschel (Bariton) und Fritz Schwinghammer (Klavier) stellt sich dieser Herausforderung mit Bravour.
Der Sänger, der bereits heute von der Presse als Nachfolger von Dietrich Fischer-Dieskau gehandelt wird, zeigt auf dieser CD die ganze Bandbreite seiner Kunst.
Technische Perfektion scheint für ihn eine Selbstverständlichkeit, doch die Vielfalt seiner Klangfarben, die sorgfältig gewählte und extreme Expressivität, mit der er diese wunderbaren Lieder wiedergibt, sind das wirklich auffallende an dieser Aufnahme.
Wenn Henschel in den Liedern "Seufzer", "Lebe wohl" oder "Der Genesene an die Hoffnung" von Schmerzen und Trauer singt, kann man sich dieser Gefühlswelt kaum entziehen. Hinreißend gelungen sind auch die von tiefer Religiösität geprägten Lieder wie "Gebet", "Schlafendes Jesuskind" und "Karwoche". Wenn aber die Lieder über die Hoffnungslosigkeit einer Liebe ("Peregrina", "An die Geliebte", "Frage und Antwort") oder die entspannten, mehr philosophischen Texte ("Um Mitternacht", "An den Schlaf") so packend interpretiert werden wie in dieser Aufnahme, dann versteht man, warum diese Lieder von Hugo Wolf zu den ganz großen Werken der europäischen Musik gezählt werden müssen!
Ein ebenbürtiger Partner am Klavier ist Fritz Schwinghammer, der fast orchestrale Klangvielfalt und Dynamik einbringt.
Lieder nach Gedichten von Eduard Mörike
Titelliste:
An eine Christblume I
An eine Christblume II
Zum neuen Jahr
Neue Liebe
Wo find ich Trost
Gebet
Schlafendes Jesuskind
Auf ein altes Bild
Karwoche
Seufzer
Der Genesene an die Hoffnung
Fußreise
Auf einer Wanderung
Frage und Antwort
Lebe wohl
Im Frühling
Um Mitternacht
An den Schlaf
Peregrina I
Peregrina II
An die Geliebte
Dank es, o Seele
Alle Preise inklusive MwSt *zzgl. Versandkosten EUR 3,90 (weltweit), versandkostenfrei ab EUR 30,00 (weltweit)
"Wolf auf höchstem Niveau… Mit dieser CD liegt eine Interpretation vor, die sehr hohen Ansprüchen gerecht wird." komplette Kritik… www.klassik.com, Katharina Rosenkranz, 13.02.03
"Juveniler Höllenschmerz… Zu den meisten Liedern findet Henschel einen differenzierten Zugang, er taucht mit seinem Begleiter Fritz Schwinghammer ein in ihren Kosmos. Wenn in 'Karwoche' zum Beispiel Vogelgeträller und dumpfe Glockenschläge miteinander verschmelzen, lässt Henschel seine linear geführte Stimme mit unerhörter Leichtigkeit fliegen, wo er kurz zuvor noch Grabesstimmung verbreitete. Und wenn er das unbeschwert spielende Jesuskind besingt ('Auf ein altes Bild'), trifft er den naiven Ton des Textes ganz genau. Das ist wohl die Kunst bei Wolfs Mörike-Liedern: den schmalen Grat zwischen Einfühlung und Distanz zu treffen […]" Süddeutsche Zeitung, Miriam Stumpfe, 17.2.99
"… ein aktiver Gestalter (Henschel), ein Erzähler mit viel vokaler Fantasie, immer auf der Suche nach neuen Farben und Zwischentönen, immer sehr musikalisch phrasierend, unsentimental auch in den Extrempassagen von Mörikes hoch artifizieller Innerlichkeit." Amadeo, Stephan Mösch, 2/99
"… Eine ambitionierte wie persönliche Visitenkarte […] bei seinen Interpretationen geht er stets aufs Ganze […]" Kieler Nachrichten, ost, 16.12.99